Künstlerische Abschlussprüfung:

"Schon der Weg, der mich zur künstlerischen Abschlussprüfung führte, war ein großes Geschenk. Denn auf diesem Weg machte ich die Erfahrung vom tiefen Glück des künstlerischen Produzierens, Experimentierens, des Erweiterns meiner Fertigkeiten und nicht zuletzt des Erweiterns meines künstlerischen Selbstverständnisses.

Damit kann ich durchaus behaupten, dass meine Vorbereitung für diese Prüfung gewiss die erfreulichste und beglückendste meines Lebens war.

Ein Gewinn war natürlich auch die Phase der Vorbereitung der Präsentation in den Räumlichkeiten der Akademie, unmittelbar vor dem Event. Während dieser Vorbereitungsarbeiten konnte ich das „Spiel“ verschiedener Entitäten in mir wahrnehmen: Die Unentschlossene, die Wochen zuvor mit einer Entscheidung rang, welche Bilder-Serie sie präsentieren sollte. Und die Mutige, die sich schließlich durchsetzen konnte und sich für die freizügigen Bilder entschied. Die Ehrgeizige in mir, die einen optimalen Platz für meine Bilder finden wollte, und ebenso die Gelassene, die die Platzierung schließlich als sehr nebensächlich erkannte. Und natürlich die Stolze, die sich geschmeichelt fühlte von positiven, anerkennenden Rückmeldungen auf meine präsentierten Bilder.

Mit Offenheit, kindlicher Neugierde und Freude habe ich auch die Werke meiner Kolleginnen betrachtet, und die Performances konnte ich entspannt genießen wie in keinem Jahr zuvor.

Besonders groß war meine Freude, dass meine geliebte Mutter und meine beste Freundin Alex anwesend waren – zwei Lichtgestalten in meinem Leben, seit ich denken kann.

Heute spüre ich, dass diese Erfahrung in mir auch den Wunsch und vor allem den Mut genährt hat, dass ich eigene Ausstellungen initiiere und organisiere. Und wie könnte es anders sein – ich tue es bereits!" (F. S. 2010-02-24)

Abschluss mit darstellender Kunst: Meinen größten Wunsch – im darstellenden Bereich aufzutreten, kann ich mir mit meiner irischen Geschichte verwirklichen. Die Idee dazu ist schon lange in meinem Kopf und ich konnte sie endlich herausbringen, in Schauspiel, Gesang, Tanz und Fotoarbeit zusammenfügen und auch einem Publikum vorstellen.
Dieses Erlebnis hat mir sehr viel Kraft und Selbstbewusstsein beschert und auch das viele Training hat mir bewiesen, dass ich auch als Künstlerin fungieren kann. Ich lerne in diesen Kursen sehr viel und es kristallisiert sich heraus, dass Tanz und Gesang meine Medien sind, die ich gerne weiterhin ausführen möchte. Dieses neue Wissen kann in meine künstlerische Diplomarbeit einfließen und es hilft mir meine Kompetenzen auf diesen Gebieten etwas anzuheben. (S. P.)

Die Präsentation meiner monatelangen, intensiven und äußerst bereichernden Arbeit auf der Bühne vor Publikum, war ein Highlight meiner Ausbildung. Als Künstlerin sein Herz aufzumachen und etwas authentisches von sich preiszugeben, birgt die Gefahr verletzt zu werden in sich, aber ohne es aufzumachen kann ich nicht berühren. Ich wollte berühren und habe berührt! Ich konnte zeigen, was sich in meinem Leben an Kunst von selbst ausdrückt und was ich mir durch Technik, Supervision und Coach hart erarbeitet habe, dennoch ließ ich die hohe Kunst, die Inspirationskunst nicht außer acht. Sie wurde mir zu teil. Die Vorbereitungszeit war geprägt von einer Hilfestellung nach der anderen. Ich bat Gott um Hilfe und bekam sie. Es floss. Angefangen vom Thema, bis hin zum Titel, den einzelnen Stadien. In Medium der bildenden Kunst half mir meine schon längere persönliche Mentorin Christine Hirschberg, indem sie mich immer wieder sehr aufbaute. 12 Symbolbilder zu 12 Lebensstadien konnten auf Leinwand in Mischtechnik entstehen. Christine hatte lediglich die Aufgabe zu sagen, was sie davon hält. Beim Bild Nr. 12 („Wieder im Sein zu Sein“) zeigte sie mir jedoch noch eine Technik, um meine Botschaft auch wirklich so auszudrücken, wie ich dieses Bild kommunizieren lassen wollte. Eine weiter unglaubliche Fügung wurde mir durch E. S., eine begnadete, komplexe Schauspielerin zu teil, da sie mein persönlicher Coach wurde. Ich wusste was ich wollte und wusste auch was nicht. Nur hatte ich immer noch zu viele Elemente, die teilweise schon durch K. T. meiner Supervisorin reduziert worden waren. E. reduzierte noch mehr und half mir in die ABSTRAKTE darstellende Kunst zu gehen. In über 40 Stunden äußerst harten, konsequenten aber sehr lustvollen und gewinnenden Stunden begleitete mich Elke Schritt für Schritt um an meine Darstellung heranzukommen. Für mich selber habe ich 206 Stunden protokolliert, aber die Kernzeit meines Erarbeitens der Performance war geprägt von täglichem (nicht aufgezeichnetem) Tun. Mein Körper wurde angehalten bei sich selber zu schauen welche Bewegungen aus ihm heraus kommen und wie der Atem fließt und was er tun muss, damit seine Stimme frei und locker wird um zu tönen, Sounds zu machen und laut zu sprechen. Meine Präsenz musste geschärft werden, um bewusst auf der Bühne zu stehen (daran merkte ich wie viel Kraft und Aufmerksamkeit es erfordert Präsent zu sein!), sowie Kontakt mit dem Publikum zu bekommen. Fragen beschäftigten mich wie: Welche Einwirkungen bekomme ich vom Publikum. Hält sich das Publikum im geistigen auf, dann werden geistige Energien wirken. Dann kann ich andocken an ein inspirierirrendes Zulassen! Und es wird dann nicht Gemüt gegen Gemüt sein. Es wird eine Verbindung nach oben geben können. Die Verbindung kam auch, trotz der verpatzten Generalprobe und trotz eines anderen nicht eingestellten Headsets bei der Aufführung und trotz der falschen Beamereinstellung und trotz..., konnte ich in meine Künstleridentität stabil bleiben und kippte eben TROTZ der vielen technischen Pannen nicht um. Ich fragte mich kurz vor der Aufführung: Wie kann ich als Künstlerin nun jonglieren, obwohl ich nicht all das bekomme, was ich mir für meine erarbeitete Performance vorgestellt habe? Und die Lösung ist eben, sich nicht Sklave von dieser Technik zu machen und von meiner Vorstellung zu machen. Sich eben frei zu machen, für das was kommt. Nach dem Motto, was nehme ich mir nun an Gewinnen mit? Da zu SEIN - sich auszudrücken - spielerisch(er) zu kommunizieren. Ich ging hinaus auf die Bühne, war bewusst da als Künstlerin, hielt mich für Inspiration offen. Die Kommunikation konnte beginnen, auch der Frosch im Hals beim aller ersten Ton brachte Zugang zu den Menschen. Es lief sehr geschmeidig, merkte wie ergriffen die Zuschauer wurden, ich entspannte mich mehr und nahm mir andererseits Dynamik in den PTP Teil (Körpertheaterteil) heraus. Ich spürte wie ich jede Ecke des Raumes ausfüllte, fast war mir der Raum zu klein. Ich merkte wie etwas Tiefes in mir drang und mich tun ließ, und wie dies auf das Publikum überschwappt. Die Klänge, Geräusche der Percussionsinstrumente ließen den Raum noch mehr schwingen, auch fand hier ein Gespräch zwischen mir und den Instrumenten statt. Der Künstlerin gefiel es quer gegen einen Rhythmus zu arbeiten, um dann im passenden Augenblick wieder ganz im Gleichklang zu sein. Mein Text sprach sich und in mir spulte sich mein innerer Film ab, meine innere Gefühle, mein inneres Erlebtes ließen sich selbst zu. Ich ließ mich ein. Die projizierten Bilder auf mir, gingen in mich hinein. Nur mehr ein leerer Schatten zeigt mir, dass ich mein Ego immer noch besitze. Meine Lebensgeschichte, an das was ich glaube, vom Sein zum Sein zu gehen – und das was ich schon erfahren durfte, lief vor mir ab. Am Ende nahm ich mein Leichentuch, blickte zurück auf das was war - auf mein Leben - und ging (ab). (danke Elke/Coach, Willy/Percussion, Kathy/Supervision, Nina/Emotionale und Mentale Unterstützung + Gebete, Christine/Malerei und Daniel/PowerPoint Präsentation [sowie Batl2006/1.Probeaufführung samt ein Haufen super Feedbacks] für eure gewinnbringende Unterstützung) (S. B.)