
Nikolaus LEYTNER:
Deutscher Fernsehpreis
Adolf Grimm Preis (in Deutschland die allerhöchste Ehrung)
Preis der Österreichischen Erwachsenenbildung
Erich Neuberg Preis
Österreichischer Staatspreis
Absolvent der Filmakademie, WIEN
Schüler von Axel CORTI (Regie) und Harald ZUSANEK (Drehbuch)
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Ansprache von Nikolaus LEYTNER,
Regisseur und Drehbuchautor:
Kunst fügt der Welt
etwas hinzu. Einen i-Punkt, einen Gedanken-strich, einen Nebensatz, ein
Postskriptum... Kunst ist: mit der Welt sprechen. Sich äußern über die
Welt - zur Welt. Sich äußern – sich ver-äußern: Die Idee muß aus dem
Kopf heraus und auf das Papier, Zelluloid, die Leinwand – was auch
immer. Und das Kunstwerk muß heraus aus dem Elfenbeinturm. Zu sprechen
lernt es erst, wenn es jemand findet, den es an-sprechen kann. Der
zuhört. Hinschaut. Wo es etwas zum Schwingen bringt. Wo ein Echo
entsteht.
Erst so, erst dann wird es zum Kunstwerk.
Schönheit für sich, ungesehen, existiert nicht. Schönheit
entsteht im Auge des Betrachters. In seinem Kopf, seinem Bauch, seinem
Herzen. Kunst für sich, unrezipiert, ist keine.
Ein Bild hängt an der Wand. Wird es von hundert Menschen gesehen: hängen
hundert verschiedene Bilder an der Wand. Eine Vervielfältigung in die
Phantasie des Betrachters. Jener Phantasie, die das Bild erst vollendet.
Das Kunstwerk wird vom Rezipienten mit-geschaffen.
Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schwer es ist, diesen letzten,
entscheidenden Schritt zu gehen. Diesen Schritt hinaus, auf den
Zuschauer zu. Hinaus ins Sperrfeuer der Blicke. Hinaus in den Kugelhagel
der Kritik. Aber: Dieser Schritt ist unverzichtbarer Teil auf dem Weg
jedes künstlerischen Prozesses.
Wenn ich mich hier in diesen Räumen umschaue – niemand, glaube ich,
braucht vor diesem Schritt Angst zu haben. Mut zu wünschen, erübrigt
sich – weil dieser Mut generiert sich, bin ich überzeugt, aus dem Erfolg
des heutigen Abends ganz von selbst.
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